Bastelfarben – Tipps & Wissenswertes – Teil 1: Einleitung

Lesedauer: 5 Minuten

Willkommen zu meiner Artikel-Reihe: Bastelfarben! Hier erwarten Dich viele spannende Infos. Welche Arten gibt es z. B. von Bastelfarben? Welche Eigenschaften haben sie und worauf solltest Du bei Deiner Auswahl achten? Diese Artikel-Reihe richtet sich an alle, die gern kreativ mit Farben sind, egal ob Anfänger oder Profi. Denn auch ein Profi lernt doch nie aus.

Nach der Artikel-Reihe weißt Du genau Bescheid, welche Bastelfarbe Du zu was verwenden kannst und erhältst außerdem einfache Tipps, wie Du schöne Farbkombinationen erzielst. Und wenn dieses Thema auch bei Dir im Kunstunterricht zu kurz kam, dann bist Du hier genau richtig! Dich erwarten hier außerdem viele einfache DIY & Upcycling Ideen mit Rezepten für selbstgemachte Bastelfarben.

Hier die Themen-Übersicht

  • Einleitung – Teil 1
  • Acrylfarben – Teil 2
  • Kalkfarben – Teil 3:
  • Finger- und Plakatfarben – Teil 4
  • Alkoholfarben – Teil 5
  • Lebensmittelfarben – Teil 6
  • Porzellanfarben – Teil 7
  • Gouachefarben – Teil 8
  • Aquarellfarben – Teil 9
  • Digitale Tinte – Teil 10

Die Themen werden im regelmäßigen Abstand von mir veröffentlicht. Wenn Du magst, kannst Du Dich gern hier anmelden, um die nächste Veröffentlichung nicht zu verpassen!

Los geht’s mit der Einleitung zu Bastelfarben!


Was ist der Unterschied zwischen
Bastel- und Künstlerfarben?

Nun googelt man die zwei Begriffe, wird klar: mit Bastelfarben gestaltet man hauptsächlich alltägliche Kreativprojekte. Künstlerfarben sind eher für Leinwände gedacht und meist aus hochwertigen Inhaltsstoffen. Ölfarben, Pastellkreide usw. haben spezielle Fähigkeiten. Genau genommen fallen einige meiner genannten Bastelfarben auch unter Künstlerfarben. Jedoch, um den Unterschied mal grob festzuhalten: der Verwendungszweck und der Untergrund bestimmen, ob man von Bastelfarbe oder Künstlerfarbe spricht.

Nehmen wir z. B. Acrylfarbe: Acrylfarbe findest Du unter Künstlerfarbe, Bastelfarbe und als Handwerksfarbe im Baumarkt. Dies zeigt eigentlich am Besten, wie breit eine Farbe angewendet werden kann. Ob als Künstler auf einer Leinwand, bei einer kreativen Upcycling Idee oder ob Du Dein Gartenhäuschen bearbeitest: Acrylfarben findet eine breite Anwendung.

Also, wir sprechen hier von Bastelfarbe, weil wir hauptsächlich kreative Bastelarbeiten beleuchten werden. Kunst und Renovierung sind andere Kategorien.

Aus was werden Bastelfarben gemacht?

Nun ich experimentiere stets gern und so befasse ich mich mit Hintergrundinformationen. Das führt mich oft zu preisgünstigeren Alternativen und lässt mich verstehen, wie die Dinge eingesetzt werden.

Anders wie Künstler- und Handwerksfarben bestehen Bastelfarben im Grunde aus 2 Hauptkomponenten: Farbpigmente und Bindemittel. Es gibt flüssige oder feste Bindemittel. Bei festen Bindemittel wird noch ein Lösungsmittel gebraucht (wie z. B. Wasser oder Terpentin). Die unterschiedliche Konsistenz, z. B. von Textilfarbe oder Schablonierfarbe wird maßgeblich durch das Bindemittel bestimmt. Das Bindemittel sorgt jedoch noch für mehr Unterschiede in den Eigenschaften. Darauf gehe ich später noch einmal ein.

Die Farbpigmente bestimmen den Farbton, die Lichtechtheit und die Deckkraft der Bastelfarbe. Lichtechtheit bedeutet, dass die Farbe nicht ausbleicht mit der Zeit. Je mehr Farbpigmente in einer Farbe beigemischt sind, desto ergiebiger erscheint sie. Die Menge und Art von Farbpigmenten machen den größten Unterschied zwischen teuren und billigen Farben aus. Wie oft habe ich preisgünstige Farbe schon in die Tonne geworfen. Nur, weil ich mich ärgerte, dass sie nicht richtig deckt. Je nach Qualität der Farbpigmente können Farben zwar richtig teuer sein. Aber sie erzielen deutlich schönere Ergebnisse.

Mehr über Bindemittel

Bindemittel verbinden den Untergrund mit den Farbpigmenten. Je nach Verwendungszweck werden verschiedene Bindemittel verwendet. Acrylbindemittel bestehen aus Kunstharzteilchen und sorgt dafür, dass alles später wasserfest und widerstandsfähiger bleibt. Gummi Arabicum ist das wasserlösliche Harz eines Acaciabaumes. Diese Lösung ist das Bindemittel z. B. für Aquarellfarbe. Dextrin wird in abwaschbaren Farben verwendet und ist ein Kartoffelstärkeprodukt. Es verdirbt schnell, daher ist es notwendig, ihm ein Konservierungsmittel hinzuzufügen.

Das waren jetzt verkürzt nur 3 von vielen Bindemitteln. Sie zeigen jedoch für mich schon den Einblick: ein Bindemittel sorgt für Haltbar- oder Abwaschbarkeit. Alkohol übrigens gilt eher zwar als Lösungsmittel, hat aber bei meinen Bastelarbeiten auch einen gewissen Nutzen als Bindemittel. Lösemittel halten die Bastelfarbe zunächst flüssig und verdunsten nach dem Anstrich.

Mehr über Farbpigmente

Pigmente sind zuständig für die Farbkraft. Je mehr Pigmente, desto deckender die Bastelfarbe. Sie werden aus verschiedenen Quellen gewonnen., wie z. B. Mineralgestein. Wir kennen aus der Natur viele Möglichkeiten, Dinge einzufärben (rote Beete, Zwiebeln, Rotkohl usw.). Aber welche Pigmente werden wohl in Bastelfarben angewendet? Das Thema ist auch sehr breit und hochspannend. Jedoch möchte ich hier jetzt keinen Chemie- und Biologieunterricht halten. Wer sich näher damit beschäftigen möchte, schaut gern bei Wikipedia “Pigmente” nach.

Nur soweit kurz: Pigmente können sehr wertvoll sein, weil sie z. B. in der Gewinnung teuer oder sehr selten sind. Sie können aber auch ein Massenprodukt sein. Die großen und renommierten Künstlerfarbenhersteller benutzen hochwertige Pigmente und sind daher unter den Künstlern sehr beliebt. Für Bastelarbeiten mit Kindern oder für andere DIY Projekte reichen aber oft auch günstigere oder sogar selbstgemachte Bastelfarbe.

Weitere Zusatzmittel­ für Bastelfarben

Spezielle Zusatzmittel versehen die Produkte mit weiteren, speziellen Eigenschaften, die meist die verschiedenen Möglichkeiten der Produktverarbeitung betreffen. Bastelfarben werden durch sie entweder schnell trocknend, tropfhemmend, wasserverdünnbar oder vielem mehr. Aber das würde eher zum Chemieunterricht passen.

Und was hilft mir das, dies alles zu wissen?

Nun, eingangs erwähnte ich ja, dass ich gern experimentiere. Dadurch testete ich so einige Bindemittel mit Farbpigmenten aus. Und was soll ich sagen: ich verstand viel mehr, was ich für Vorteile und Nachteile bei der Verarbeitung habe. Ich weiß, welche Farben giftig und ungefährlich sind. Das gibt mehr Sicherheit und Gelassenheit. Und außerdem kann ich damit oft ein paar Euros sparen.

Mit Kindern zu basteln war mir immer mein Liebstes! Es machte mir immer so eine große Freude, die kleinen, süßen, bunten Händchen zu beobachten. Und da benötigte ich jeeeede Menge Farbe. Und natürlich musste sie giftfrei und auswaschbar sein.

Meine Spar- und Nutzungstipps erhältst Du zu den jeweiligen Themen.

Und in den verschiedenen Themen wirst Du dann auch lernen, welche Bastelfarben länger halten und welche am besten für den Außenbereich geeignet sind.

Wenn Du Tipps zur Farbgestaltung von Wohn- und Styling DIYs benötigst, halte ich jetzt ein paar Hacks für Dich parat, die Dich unterstützen können, die richtige Farbtonauswahl zu treffen.


Meine Tipps für Dich,
wie Du den richtigen Farbton triffst!

Der Untergrund

Da muss ich als erstes beim Untergrund anfangen! Ganz logisch: ist Dein Untergrund hell oder dunkel, transparent oder blickdicht, aufnehmend oder abweisend, danach richtet sich nicht nur Deine Auswahl der Bastelfarbenart, sondern auch, wie wirkt der Farbton.

Wichtig!

Nichts ist beim Basteln ärgerlicher, wenn auf der Verpackung das schönste Rosa aufgedruckt ist, die Farbe im feuchten Zustand auch mega aussieht und nach dem Trocknungsvorgang dann aber ganz anders aussieht! Kennst Du oder?

Ich behelfe mir schon mal damit zu wissen: feuchte Farbe sieht immer Nuancen dunkler aus, als trockene. Ok, für Bastelprofis nix neues. Aber das behalte ich immer im Blickpunkt.

Meine Idee für Dich

Und wie schaffe ich da die besten Farbkombinationen, wenn ich mir nicht sicher sein kann, wie das Endresultat aussieht? Ganz einfach: Muster und Farbkarten erstellen! Auch wenn es ein wenig Materialschwund bedeutet, aber sei Dir sicher: das garantiert, dass kein Kreativprojekt mehr daneben geht!

Damit auch Du Dir eine schöne Übersicht zaubern kannst, habe ich hier ein Freebie zum kostenlosen Herunterladen.

Du kannst es z. B. auf Dein Wunschpapier oder Pappe ausdrucken oder auf ein bestimmtes Material übertragen. Die doppelseitige Vorlage kannst Du nutzen, um ein A5-Heft daraus zu erstellen. Und so kannst Du Farben vergleichen und genauer sehen, welche super zusammenpassen. Übertrage Sie vielleicht auch z. B. auf Tassen, Teller, Gläser, oder Holz. Allein die Farbenpracht bewundere ich dabei so oft, denn ich bin ein absoluter Farbenjunkie.

Zu guter Letzt

Ein Top Tipp noch zum Schluss: wenn Du Dir beim Vergleich nicht sicher, dann schau einfach mal an den Farben direkt vorbei. Fokussiere nicht die Farben, sondern eher den Hintergrund. Stelle die Farben praktisch unscharf. Merkst Du was? Durch die Verschiebung Deines Fokus gerät Dein Farbgefühl eher in den Vordergrund und hilft Dir, eine Entscheidung zu treffen.

So, ich hoffe, es gab Dir schon ein paar Hilfen und Aufklärung. Aufklärung halte ich für unglaublich wichtig! Nur so kann man Verunsicherung und Misserfolge minimieren. Wenn Du Fragen oder Anregungen hast, schreib es mir doch gern in die Kommentare oder mir persönlich unter info@salakreativ.de .

In der nächsten Ausgabe bringen wir Farbe ins Spiel und machen alles bunter und kreativer!

Ich wünsche Dir viel Farbe im Alltag.

Deine Sandra von Salakreativ

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